Kulturraum NRW


Aktuelle Ausstellungen in NRW

Die Auswahl

Was läuft aktuell in den nordrhein-westfälischen Museen und Kunsthallen? Eine Auswahl der wichtigsten Ausstellungen.

Symbolbild Ausstellungen, Paris, Petit Palais. Foto: jvf
Symbolbild Ausstellungen, Paris, Petit Palais. Foto: jvf.

Aufgrund der „Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales ist seit 8. März 2021 zwar grundsätzlich der „Betrieb von Museen, Kunstausstellungen [...] mit vorheriger Terminbuchung und bei sichergestellter einfacher Rückverfolgbarkeit [...] zulässig“, aber in Kreisen und Städten mit hoher Inzidenz kann es auch kurzfristig zu Schließungen oder anderweitigen Besuchshindernissen kommen. Bitte informieren Sie sich auf den Seiten der jeweiligen Museen über die Möglichkeiten eines Besuchs.

Videonale.18 in Bonn

Ab Anfang März ist im Bonner Kunstmuseum die Videonale.18 zu Gast. Die 18. Auflage des biennalen „Festivals für Video und zeitbasierte Kunstformen“ zeigt Arbeit von 31 Künstler*innen und Duos, ausgewählt aus rund 1.900 Einsendungen.

Zum vierten Mal ist die Videonale dabei unter ein Motto gesetzt. „Fluid States. Solid Matter“ will einen Referenzraum öffnen „für ein Nachdenken über eine sich verändernde Welt, in der soziale, politische, ökonomische und ökologische Zusammenhänge neu bewertet werden und Ordnungen sich in komplexen Dynamiken neu konstituieren.“

Bonn, Kunstmuseum, 4. März 2021 bis 18. April 2021

100 Jahre Ruhrgebiet in Essen

Gebietskörperschaften des Regionalverbands Ruhr. Karte mod. jvf auf Basis von Quelle: Wikimedia Commons, Rechte: TUBS, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Gebietskörperschaften des Regionalverbands Ruhr. Karte mod. jvf auf Basis von Quelle: Wikimedia Commons, Rechte: TUBS, Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Am 5. Mai 1920 verabschiedete die Preußische Landesversammlung das Gesetz zur Gründung des „Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk“. Der Vorläufer des heutigen Regionalverbands Ruhr erhielt den Auftrag, sich um die „Verwaltung aller Angelegenheiten“ zu kümmern, „die der Förderung der Siedlungstätigkeit im Verbandsgebiete dienen“.

Düsseldorf, Krefeld u.a. wurde seinerzeit das Recht eingeräumt, dem Siedlungsverband umstandslos beizutreten, was aber – ich weiß nicht warum – unterblieben ist.

Heute leben in der Ruhrmetropole etwas mehr als 5 Millionen Einwohner. Sie gehört nach Paris, Madrid, Barcelona und mit – dem in etwa gleich großen – Berlin zu den bevölkerungsreichsten Metropolregionen der EU (London unwillig beiseite gelassen).

Ab September 2020 unternimmt es das Ruhr Museum in Essen, in der Kohlenwäsche auf Zollverein, die Geschichte der Metropole Ruhr nachzuzeichnen. Mit rund 1.000 Exponaten will 100 Jahre Ruhrgebiet – Die andere Metropole vor allem „Bereiche wie Infrastruktur und Mobilität, Kulturleben und Architektur sowie soziale und gesellschaftliche Verhältnisse“ adressieren.

Essen, Ruhr Museum, 13. September 2020 bis 9. Mai 2021

2x Kippenberger in Essen

Martin Kippenberger in der Installation The Happy End of Franz Kafka's „Amerika“ im Museum Boijmans Van Beuningen, 1994 © Cees Kuiper / Rotterdams Dagblad | Martin Kippenberger, Ce Calor 2. Spanien, Sevilla, 1989. Foto: Nic Tenwiggenhorn, *1937 © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne. Foto: Jens Nober, Museum Folkwang
Martin Kippenberger in der Installation The Happy End of Franz Kafka's „Amerika“ im Museum Boijmans Van Beuningen, 1994 © Cees Kuiper / Rotterdams Dagblad | Martin Kippenberger, Ce Calor 2. Spanien, Sevilla, 1989. Foto: Nic Tenwiggenhorn, *1937 © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne. Foto: Jens Nober, Museum Folkwang.

Im Frühjahr zeigt das Museum Folkwang Martin Kippenbergers (1953-1997) Großinstallation The Happy End of Franz Kafka’s 'Amerika'. Das 1994 fertig gestellte, späte Schlüsselwerk Kippenbergers arrangiert das utopisch-dystopische Setting eines Massenbewerbungsgesprächs für das Naturtheater von Oklahoma: „Wer Künstler werden will, melde sich!“.

Zeitgleich konfrontiert die Villa Hügel in Essen-Bredeney unter dem sehr hübschen Titel Vergessene Einrichtungsprobleme in der Villa Hügel mit rund 120 Künstlerbüchern und 100 Plakaten Kippenbergers die Selbstinszenierungen des Industriedynastie und des Künstlers.

Essen, Folkwang Museum / Villa Hügel, 7. Februar 2021 bis 16. Mai 2021

Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert in Bonn

Hannah Arendt bei einem Seminar, Center for Advanced Studies at Wesleyan University. Deutsches Historisches Museum © Courtesy of the Wesleyan University, Special Collections & Archives
Hannah Arendt bei einem Seminar, Center for Advanced Studies at Wesleyan University. Deutsches Historisches Museum © Courtesy of the Wesleyan University, Special Collections & Archives.

Unter dem Titel Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert erinnert die Bundeskunsthalle an die Historikerin, politische Theoretikerin und Publizistin Arendt (1906-1975). Die streitbare Denkerin hat mit ihren Werken Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955) und Eichmann in Jerusalem (1963) den politisch-analytischen Diskurs über die Katastrophen des 20. Jahrhunderts wesentlich geprägt.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum in Berlin entstanden, wo sie im Sommer und Herbst 2020 zu sehen war.

Bonn, Bundeskunsthalle, 9. März 2021 bis 16. Mai 2021

Alexej von Jawlensky in Bonn

Alexej von Jawlensky, Selbstbildnis, 1912. Ausschnitt. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Alexej von Jawlensky, Selbstbildnis, 1912. Ausschnitt. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

Unter dem Titel Alexej von Jawlensky – Gesicht | Landschaft | Stillleben zeichnet das Kunstmuseum Bonn ab Mitte Januar anhand von rund 70 Gemälden und Zeichnungen die Entwicklung der Kunst Jawlenskys in den drei Sujets nach, die im Zentrum seines Werks standen.

Alexej von Jawlensky (1864-1941), der nach Studium an der Petersburger Akademie mit Werefkin 1896 nach München kam, gehörte dort zu den wesentlichen Impuls­gebern für die Entwicklung der expressionistischen Malerei.

Bonn, Kunstmuseum, 16. März 2021 bis 16. Mai 2021

Caspar David Friedrich in Düsseldorf

Caspar David Friedrich, Die Lebensstufen, um 1834. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Caspar David Friedrich, Die Lebensstufen, um 1834. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

Die rund 120 Werke umfassende Ausstellung Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Malerschule im Kunstpalast konfrontiert die sächsische (romantische) Schule um Friedrich (1774-1840) mit der auch realistische Kunstauffassungen aufnehmenden Düsseldorfer Schule um Schirmer, Lessing und Achenbach.

Die Ausstellung, die etwa 60 Arbeiten C.D. Friedrichs zusammen getragen ist, ist eine Kooperation mit dem Leipziger Museum der bildenden Künste, wo sie im Nachgang zu sehen sein soll.

Düsseldorf, Kunstpalast, 15. Oktober 2020 bis 24. Mai 2021

Stephan Balkenhol in Duisburg

Stephan Balkenhol, Hommage an Macke, 2018. Quelle: skulpturen.kulturraum.nrw
Stephan Balkenhol, Hommage an Macke, 2018. Quelle: skulpturen.kulturraum.nrw.

Das Lehmbruckmuseum in Duisburg zeigt eine große Werkschau mit Arbeiten des Bildhauers Stephan Balkenhol (*1957).

Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstehen soll, verspricht Arbeiten ausgehend vom Frühwerk der 1980er Jahre bis in die Gegenwart zu zeigen, darunter auch eigens für die Duisburger Schau angefertigte Stücke.

Balkenhol ist bekannt für seine grob gehauenen, farbig bemalten figurlichen Skulpturen, gerne mit Menschen in schwarzen Hosen und weißen Hemden.

Duisburg, Lehmbruckmuseum, 22. Oktober 2020 bis 24. Mai 2021

Heinz Mack in Düsseldorf

Heinz Mack mit Silberfahne im Grand Erg Oriental, Algerien, 1976. Fotografie: Thomas Höpker, Courtesy Archiv Atelier Mack © Heinz Mack/VG Bild-Kunst, Bonn 2020/2021
Heinz Mack mit Silberfahne im Grand Erg Oriental, Algerien, 1976. Fotografie: Thomas Höpker, Courtesy Archiv Atelier Mack © Heinz Mack/VG Bild-Kunst, Bonn 2020/2021.

Den 90. Geburtstag von Heinz Mack nimmt der Düsseldorfer Kunstpalast zum Anlass für eine Werkschau mit etwa 100 Arbeiten des Mitbegründers der ZERO-Gruppe.

Die Ausstellung will sich auf Werke aus den 1950er bis 1970er Jahren konzentrieren und die Aufmerksamkeit auch auf die Rolle der Musik und des Strukturalismus für die Arbeit des Bildhauers lenken.

Düsseldorf, Kunstpalast, 11. Februar 2021 bis 30. Mai 2021

Christian Rohlfs in Ahlen

Christian Rohlfs, Visionäre Landschaft, 1912. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Christian Rohlfs, Visionäre Landschaft, 1912. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

Ab Mitte März 2021 zeigt das Kunstmuseum Ahlen über 90 Arbeiten von Christian Rohlfs. Das Gros der Werke kommt aus dem Christian-Rohlfs-Archiv im Hagener Osthaus-Museum herhüber nach Ahlen.

Rohlfs (1849-1938) begann seine Karriere nach Studium an der Kunstschule Weimar mit realistischer Landschaftsmalerei, nahm später Anregungen des französischen Impressionismus auf, bevor er Anfang des 20. Jahrhunderts zu expressionistischer Gestaltung fand.

Ahlen, Kunstmuseum, 10. März 2021 bis 30. Mai 2021

Andy Warhol Now in Köln

Andy Warhol, Ladies and Gentlemen (Helen / Harry Morales – Wilhelmina Ross), 1975. Privatsammlung, Italien. © 2021 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York. Foto: Patrick Goetelen / © Tate, London
Andy Warhol, Ladies and Gentlemen (Helen / Harry Morales – Wilhelmina Ross), 1975. Privatsammlung, Italien. © 2021 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York. Foto: Patrick Goetelen / © Tate, London.

Seit 9. März zeigt das Kölner Museum Ludwig eine umfassende Retrospektive auf das Werk von Andy Warhol (1928-1987). Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Tate Modern entstanden.

Anhand von über 100 Arbeiten wird ein repräsentativer Querschnitt durch das Gesamtwerk der Zentralfigur der Popart gelegt – von frühen Gemälden und Zeichnungen aus den 1940/50er Jahren bis hin zu Arbeiten zum letzten Abendmahl aus 1986.

Köln, Museum Ludwig, 9. März 2021 bis 13. Juni 2021

Alicja Kwade in Neuss

Alicja Kwade. The Roof Garden Commission: Alicja Kwade, ParaPivot. Ausstellungsansicht, The Metropolitan Museum of Art, 2019. Courtesy of the artist; 303 Gallery, New York; KÖNIG GALERIE, Berlin/London; and kamel mennour, Paris/London. Foto: The Metropolitan Museum of Art, Fotografie von Roman März
Alicja Kwade. The Roof Garden Commission: Alicja Kwade, ParaPivot. Ausstellungsansicht, The Metropolitan Museum of Art, 2019. Courtesy of the artist; 303 Gallery, New York; KÖNIG GALERIE, Berlin/London; and kamel mennour, Paris/London. Foto: The Metropolitan Museum of Art, Fotografie von Roman März.

Unter dem hübschen Titel Kausalkonsequenz zeigt die Langen Foundation in Neuss ab 7. September 2020 Arbeiten von Alicja Kwade. Die in Berlin lebende Künstlerin (*1972) gehört mit ihren Skulpturen und Installationen aus Stein und Stahl, zu den spannendsten Künstlerinnen der Gegenwart.

Besonders positive Aufmerksamkeit hat Kwade jüngst (2019) mit ihren zwei Skulpturen ParaPivot I/II auf dem Dachgarten des Metropolitain Museums im Rahm der renommierten Roof Garden Commisssions eingesammelt. Davor hatte sie einen starken Auftritt in der Zentralausstellung der Biennale Venedig 2017.

Neuss, Langen Foundation, 7. September 2020 bis 8. August 2021

Beuys 2021: Jeder Mensch ist ein Künstler in Düsseldorf

Die Kunstsammlung NRW widmet ihren Beitrag zum Beuys-Jubiläumsjahr dem kosmopolitischen Denken und dem erweiterten Kunstbegriff des Aktionskünstlers Beuys.

Jeder Mensch ist ein Künstler – Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys im K20 konfrontiert Arbeiten von Beuys mit Positionen zeitgenössischer Kunst.

Düsseldorf, Kunstsammlung NRW, K20, 27. März 2021 bis 15. August 2021

Kommende Ausstellungen in NRW