Kulturraum NRW


Aktuelle Ausstellungen in NRW

Die Auswahl

Was läuft aktuell in den nordrhein-westfälischen Museen und Kunsthallen? Eine Auswahl der wichtigsten Ausstellungen. Seit 2. November 2020 bleiben die Museen und Ausstellungs­häuser aufgrund der Coronaschutzverordnung NRW allerdings geschlossen.

Symbolbild Ausstellungen, Paris, Petit Palais. Foto: jvf
Symbolbild Ausstellungen, Paris, Petit Palais. Foto: jvf.

Aufgrund der „Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales ist seit 2. November 2020 der „Betrieb von Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Schlössern, Burgen, Gedenkstätten und ähnlichen Einrichtungen [..] unzulässig“. Alle hier genannten Termine sind also mit Vorbehalt zu nehmen.

Caspar David Friedrich in Düsseldorf

Caspar David Friedrich, Die Lebensstufen, um 1834. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Caspar David Friedrich, Die Lebensstufen, um 1834. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

Die rund 120 Werke umfassende Ausstellung Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Malerschule im Kunstpalast konfrontiert die sächsische (romantische) Schule um Friedrich (1774-1840) mit der auch realistische Kunstauffassungen aufnehmenden Düsseldorfer Schule um Schirmer, Lessing und Achenbach.

Die Ausstellung, die etwa 60 Arbeiten C.D. Friedrichs zusammen tragen will, ist eine Kooperation mit dem Leipziger Museum der bildenden Künste, wo sie im Frühjahr 2021 zu sehen sein wird.

Düsseldorf, Kunstpalast, 15. Oktober 2020 bis 7. März 2021

Max Klinger in Bonn

Max Klinger, Kreuzigung Christi, 1890. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Max Klinger, Kreuzigung Christi, 1890. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

In spektakulärer Inszenierung zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn seit Mitte Oktober 2020 die Großausstellung Max Klinger und das Kunstwerk der Zukunft aus Anlass des 100. Todestags des symbolistischen Künstlers (1857–1920).

Die Schau zeigt Schlüsselwerke wie Klingers monumentale Kreuzigung Christi (1890) sowie das Beethoven-Denkmal (1902) und dokumentiert auch wesentliche Anregungen, die Klingers Kunst empfangen hat – etwa aus der Begegnung mit Rodin in Paris. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig entstanden, wo sie im Sommerhalbjahr zu sehen war 2020.

Bonn, Bundeskunsthalle, 16. Oktober 2020 bis 5. April 2021

Andy Warhol Now in Köln

Ab 12. Dezember 2020 zeigt das Kölner Museum Ludwig eine umfassende Retrospektive auf das Werk von Andy Warhol (1928-1987). Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Tate Modern entstanden.

Anhand von über 100 Arbeiten wird ein repräsentativer Querschnitt durch das Gesamtwerk der Zentralfigur der Popart gelegt – von frühen Zeichnungen aus den 1950er Jahren bis hin zu letzten Arbeiten wie Sixty Last Suppers aus 1986.

Köln, Museum Ludwig, 12. Dezember 2020 bis 18. April 2021

2x Kippenberger in Essen

Martin Kippenberger in der Installation The Happy End of Franz Kafka's „Amerika“ im Museum Boijmans Van Beuningen, 1994 © Cees Kuiper / Rotterdams Dagblad | Martin Kippenberger, Ce Calor 2. Spanien, Sevilla, 1989. Foto: Nic Tenwiggenhorn, *1937 © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne. Foto: Jens Nober, Museum Folkwang
Martin Kippenberger in der Installation The Happy End of Franz Kafka's „Amerika“ im Museum Boijmans Van Beuningen, 1994 © Cees Kuiper / Rotterdams Dagblad | Martin Kippenberger, Ce Calor 2. Spanien, Sevilla, 1989. Foto: Nic Tenwiggenhorn, *1937 © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne. Foto: Jens Nober, Museum Folkwang.

Im Frühjahr zeigt das Museum Folkwang Martin Kippenbergers (1953-1997) Großinstallation The Happy End of Franz Kafka’s 'Amerika'. Das 1994 fertig gestellte, späte Schlüsselwerk Kippenbergers arrangiert das utopisch-dystopische Setting eines Massenbewerbungsgesprächs für das Naturtheater von Oklahoma: „Wer Künstler werden will, melde sich!“.

Zeitgleich konfrontiert die Villa Hügel in Essen-Bredeney unter dem sehr hübschen Titel Vergessene Einrichtungsprobleme in der Villa Hügel mit rund 120 Künstlerbüchern und 100 Plakaten Kippenbergers die Selbstinszenierungen des Industriedynastie und des Künstlers.

Essen, Folkwang Museum / Villa Hügel, 7. Februar 2021 bis 2. Mai 2021

100 Jahre Ruhrgebiet in Essen

Gebietskörperschaften des Regionalverbands Ruhr. Karte mod. jvf auf Basis von Quelle: Wikimedia Commons, Rechte: TUBS, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Gebietskörperschaften des Regionalverbands Ruhr. Karte mod. jvf auf Basis von Quelle: Wikimedia Commons, Rechte: TUBS, Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Am 5. Mai 1920 verabschiedete die Preußische Landesversammlung das Gesetz zur Gründung des „Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk“. Der Vorläufer des heutigen Regionalverbands Ruhr erhielt den Auftrag, sich um die „Verwaltung aller Angelegenheiten“ zu kümmern, „die der Förderung der Siedlungstätigkeit im Verbandsgebiete dienen“.

Düsseldorf, Krefeld u.a. wurde seinerzeit das Recht eingeräumt, dem Siedlungsverband umstandslos beizutreten, was aber – ich weiß nicht warum – unterblieben ist.

Heute leben in der Ruhrmetropole etwas mehr als 5 Millionen Einwohner. Sie gehört nach Paris, Madrid, Barcelona und mit – dem in etwa gleich großen – Berlin zu den bevölkerungsreichsten Metropolregionen der EU (London unwillig beiseite gelassen).

Ab September 2020 unternimmt es das Ruhr Museum in Essen, in der Kohlenwäsche auf Zollverein, die Geschichte der Metropole Ruhr nachzuzeichnen. Mit rund 1.000 Exponaten will 100 Jahre Ruhrgebiet – Die andere Metropole vor allem „Bereiche wie Infrastruktur und Mobilität, Kulturleben und Architektur sowie soziale und gesellschaftliche Verhältnisse“ adressieren.

Essen, Ruhr Museum, 13. September 2020 bis 9. Mai 2021

Alexej von Jawlensky in Bonn

Alexej von Jawlensky, Selbstbildnis, 1912. Ausschnitt. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Alexej von Jawlensky, Selbstbildnis, 1912. Ausschnitt. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

Unter dem Titel Alexej von Jawlensky – Gesicht | Landschaft | Stillleben zeichnet das Kunstmuseum Bonn ab Mitte Januar anhand von rund 70 Gemälden und Zeichnungen die Entwicklung der Kunst Jawlenskys in den drei Sujets nach, die im Zentrum seines Werks standen.

Alexej von Jawlensky (1864-1941), der nach Studium an der Petersburger Akademie mit Werefkin 1896 nach München kam, gehörte dort zu den wesentlichen Impuls­gebern für die Entwicklung der expressionistischen Malerei.

Bonn, Kunstmuseum, Eröffnung unklar bis 16. Mai 2021

Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert in Bonn

Hannah Arendt bei einem Seminar, Center for Advanced Studies at Wesleyan University. Deutsches Historisches Museum © Courtesy of the Wesleyan University, Special Collections & Archives
Hannah Arendt bei einem Seminar, Center for Advanced Studies at Wesleyan University. Deutsches Historisches Museum © Courtesy of the Wesleyan University, Special Collections & Archives.

Unter dem Titel Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert erinnert die Bundeskunsthalle an die Historikerin, politische Theoretikerin und Publizistin Arendt (1906-1975). Die streitbare Denkerin hat mit ihren Werken Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955) und Eichmann in Jerusalem (1963) den politisch-analytischen Diskurs über die Katastrophen des 20. Jahrhunderts wesentlich geprägt.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum in Berlin entstanden, wo sie im Sommer und Herbst 2020 zu sehen war.

Bonn, Bundeskunsthalle, Eröffnung unklar bis 16. Mai 2021

Heinz Mack in Düsseldorf

Heinz Mack mit Silberfahne im Grand Erg Oriental, Algerien, 1976. Fotografie: Thomas Höpker, Courtesy Archiv Atelier Mack © Heinz Mack/VG Bild-Kunst, Bonn 2020/2021
Heinz Mack mit Silberfahne im Grand Erg Oriental, Algerien, 1976. Fotografie: Thomas Höpker, Courtesy Archiv Atelier Mack © Heinz Mack/VG Bild-Kunst, Bonn 2020/2021.

Den 90. Geburtstag von Heinz Mack nimmt der Düsseldorfer Kunstpalast zum Anlass für eine Werkschau mit etwa 100 Arbeiten des Mitbegründers der ZERO-Gruppe.

Die Ausstellung will sich auf Werke aus den 1950er bis 1970er Jahren konzentrieren und die Aufmerksamkeit auch auf die Rolle der Musik und des Strukturalismus für die Arbeit des Bildhauers lenken.

Düsseldorf, Kunstpalast, 11. Februar 2021 bis 30. Mai 2021

Alicja Kwade in Neuss

Alicja Kwade. The Roof Garden Commission: Alicja Kwade, ParaPivot. Ausstellungsansicht, The Metropolitan Museum of Art, 2019. Courtesy of the artist; 303 Gallery, New York; KÖNIG GALERIE, Berlin/London; and kamel mennour, Paris/London. Foto: The Metropolitan Museum of Art, Fotografie von Roman März
Alicja Kwade. The Roof Garden Commission: Alicja Kwade, ParaPivot. Ausstellungsansicht, The Metropolitan Museum of Art, 2019. Courtesy of the artist; 303 Gallery, New York; KÖNIG GALERIE, Berlin/London; and kamel mennour, Paris/London. Foto: The Metropolitan Museum of Art, Fotografie von Roman März.

Unter dem hübschen Titel Kausalkonsequenz zeigt die Langen Foundation in Neuss ab 7. September 2020 Arbeiten von Alicja Kwade. Die in Berlin lebende Künstlerin (*1972) gehört mit ihren Skulpturen und Installationen aus Stein und Stahl, zu den spannendsten Künstlerinnen der Gegenwart.

Besonders positive Aufmerksamkeit hat Kwade jüngst (2019) mit ihren zwei Skulpturen ParaPivot I/II auf dem Dachgarten des Metropolitain Museums im Rahm der renommierten Roof Garden Commisssions eingesammelt. Davor hatte sie einen starken Auftritt in der Zentralausstellung der Biennale Venedig 2017.

Neuss, Langen Foundation, 7. September 2020 bis 8. August 2021

Kommende Ausstellungen in NRW