Kulturraum NRW


Aktuelle Ausstellungen in NRW

Die Auswahl

Was läuft aktuell in den nordrhein-westfälischen Museen und Kunsthallen? Eine Auswahl der wichtigsten Ausstellungen.

Symbolbild Ausstellungen, Paris, Petit Palais. Foto: jvf
Symbolbild Ausstellungen, Paris, Petit Palais. Foto: jvf.

Eine ganze Reihe von Ausstellungen, deren Einrichtung und Eröffnung für April oder Mai 2020 geplant waren, mussten wegen den zeitweisen Museumsschließungen aufgrund von SARS-CoV-2 auf den Herbst verschoben werden.

Das wird einerseits für einen ausgesprochen starken Ausstellungsherbst in NRW sorgen (siehe die Vorschau auf kommende Ausstellungen in NRW), führt aber andererseits zu einem etwas dünnen Programm im Sommer 2020.

Gleichviel, welche wichtigen Ausstellungen laufen derzeit in NRW?

Pablo Picasso – Kriegsjahre 1939-1945 in Düsseldorf

Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945, 15.2. — 26.7.2020, K20. Pablo Picasso, Trois têtes de mouton / Drei Schafschädel, 17.10.1939, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn, 2019, Photographic Archives Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia #K20Picasso #K20. Foto: © Kunstsammlung NRW
Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945, 15.2. — 26.7.2020, K20. Pablo Picasso, Trois têtes de mouton / Drei Schafschädel, 17.10.1939, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn, 2019, Photographic Archives Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia #K20Picasso #K20. Foto: © Kunstsammlung NRW.

Noch bis 26. Juli (verlängert) kümmert sich die Kunstsammlung NRW im K20 um die Arbeiten von Pablo Picasso aus den Kriegsjahren 1939 bis 1945. Die Ausstellung ist vom Musée de Grenoble übernommen, wo sie schon im Herbst/Winter 2019/20 unter dem Titel „Au cœur des ténèbres“ zu sehen war.

Ein chronologisch sortierter Parcours präsentiert Leben und Werk, beginnend mit den Monaten vor dem Kriegsausbruch im September 1939 und der Picassos Flucht nach Südfrankreich. Im August 1940 kehrt er ins – von Nazideutschen besetzte – Paris zurück und erlebt dort die Befreiung im August 1944.

In seiner Malerei greift Picasso in diesen Jahren nach Guernica (1937) auf die klassischen, auch privaten Sujets der Stillleben, Porträts und Aktdarstellungen zurück, reagiert aber in seiner Bildsprache auf das Leben im Herz der Finsternis

Düsseldorf, Kunstsammlung NRW, K20, 15. Februar 2020 bis 26. Juli 2020

Candice Breitz – Labour in Bonn

Candice Breitz, Profile, 2017, 3 Ein-Kanal-Videos, Farbe, Ton, Loop. Variation A, 2:20 – Variation B, 3:27 – Variation C, 3:21. Hier gezeigt: Steven Cohen. Rechte: Candice Breitz
Candice Breitz, Profile, 2017, 3 Ein-Kanal-Videos, Farbe, Ton, Loop. Variation A, 2:20 – Variation B, 3:27 – Variation C, 3:21. Hier gezeigt: Steven Cohen. Rechte: Candice Breitz.

Das Kunstmuseum Bonn richtet der 1972 in Johannesburg geborenen Videokünstlerin Candice Breitz bis Anfang August 2020 (verlängert) eine Überblicksausstellung ein. Die Candice Breitz – Labour betitelte Schau konzentriert sich auf die politische Dimension ihres Werks und zeigt Videos und Fotos aus den letzten 25 Jahren.

„Im Fokus von Candice Breitz‘ künstlerischer Arbeit stehen Fragen nach der Formbarkeit des Individuums: Wie stark wird unsere Identität durch uns selbst und inwieweit durch die Strukturen unserer medialen, gesellschaftlichen und politischen Umgebung bestimmt? Dabei stehen feministische und anti-rassistische Themen zunehmend im Vordergrund ihres Interesses“, erläutert das Bonner Kunstmuseum.

Bonn, Kunstmuseum, 20. Februar 2020 bis 2. August 2020

Angelika Kauffmann in Düsseldorf

Angelika Kauffmann, Venus überredet Helena, Paris zu lieben, 1790. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Angelika Kauffmann, Venus überredet Helena, Paris zu lieben, 1790. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

Noch bis 20. September (verlängert) widmet sich der Düsseldorfer Kunstpalast der schweizerisch-österreichischen (und eigentlich sehr europäischen) Malerin Angelika Kauffmann (1741–1807).

Kauffmann, schon in jungen Jahren als Wunderkind gefeiert, gehörte mit ihren Historienschinken, vor allem aber durch ihre Porträts der Macht- und intellektuellen Elite (u.a. Goethe, Winckelmann, Garrick) zu den wichtigsten und sicher zu den berühmtesten Künstlerinnen des 18. Jahrhunderts.

Etwa 100 Werke hat der Kunstpalast für seine Schau Angelika Kauffmann – Künstlerin, Powerfrau, Influencerin geliehen. Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Royal Academy of Arts in London entstanden, wo sie im Anschluss zu sehen sein sollte. Das musste nun gecancelt werden, was eine deutlich verlängerte Laufzeit in Düsseldorf ermöglicht. Angelika Kauffmann, die 14 Jahre in London lebte, war eine von zwei Künstlerinnen, die 1768 zu den Gründungsmitgliedern der Kunstakademie zählten.

Düsseldorf, Museum Kunstpalast, 30. Januar 2020 bis 20. September 2020