Kulturraum NRW


Aktuelle Ausstellungen in NRW

Die Auswahl

Was läuft aktuell in den nordrhein-westfälischen Museen und Kunsthallen? Eine Auswahl der wichtigsten Ausstellungen. Vom 2. bis 30. November bleiben die Museen und Ausstellungshäuser aufgrund der Coronaschutzverordnung NRW allerdings geschlossen.

Symbolbild Ausstellungen, Paris, Petit Palais. Foto: jvf
Symbolbild Ausstellungen, Paris, Petit Palais. Foto: jvf.

Eine ganze Reihe von Ausstellungen, deren Einrichtung und Eröffnung für April oder Mai 2020 geplant waren, mussten wegen den zeitweisen Museumsschließungen aufgrund von SARS-CoV-2 auf den Herbst verschoben werden.

Das sorgt für eine ausgesprochen starke Ausstellungssaison im Herbst/Winter 2020/21. Was darf man nicht verpassen?

Aufgrund der „Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales vom 30. Oktober ist ab 2. November 2020 der „Betrieb von Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Schlössern, Burgen, Gedenkstätten und ähnlichen Einrichtungen [..] bis zum 30. November 2020 unzulässig“. Dies wird auf die hier genannten Laufzeiten der Ausstellungen mutmaßlich auch ab Anfang Dezember Auswirkungen haben.

Keith Haring in Essen

Keith Haring bei der Arbeit im Amsterdamer Stedelijk Museum, 1986. Foto: Rob Bogaerts / Anefo, Quelle/Rechte: Nationaal Archief, Lizenz: CC0 1.0
Keith Haring bei der Arbeit im Amsterdamer Stedelijk Museum, 1986. Foto: Rob Bogaerts / Anefo, Quelle/Rechte: Nationaal Archief, Lizenz: CC0 1.0.

Nach Stationen in Liverpool und Brüssel und Verschiebung aufgrund des Lockdowns kommt endlich Mitte August 2020 eine schlicht Keith Haring betitelte Retrospektive ins Museum Folkwang nach Essen.

Mehr als 85 Werke, darunter großformatige Gemälde und Zeichnungen, Plakate, Fotografien und Videos sollen einen umfassenden Einblick vermitteln in das Œuvre des mit Andy Warhol and Jean-Michel Basquiat wichtigsten Protagonisten der New Yorker Kunstszene in den 1980er Jahren.

Essen, Museum Folkwang, 21. August 2020 bis 29. November 2020

Hito Steyerl in Düsseldorf

Hito Steyerl, How Not to Be Seen: A Fucking Didactic Educational .MOV File, 2013. HD video, single screen in architectural environment, 15:52 mm:ss. Bild CC 4.0 Hito Steyerl; Image courtesy of the Artist, Andrew Kreps Gallery, New York und Esther Schipper, Berlin
Hito Steyerl, How Not to Be Seen: A Fucking Didactic Educational .MOV File, 2013. HD video, single screen in architectural environment, 15:52 mm:ss. Bild CC 4.0 Hito Steyerl; Image courtesy of the Artist, Andrew Kreps Gallery, New York und Esther Schipper, Berlin.

Eine „erste Überblicksschau“ zum Werk der 1966 in München geborenen Multimediakünstlerin Hito Steyerl verspricht die Kunstsammlung NRW im K21 ab Ende September einzurichten. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit dem Centre Pompidou in Paris, wo sie im Frühjahr 2021 zu sehen sein wird.

Hito Steyerl gilt als eine der wirkungsmächtigsten Künstlerinnen der Gegenwart. Die Düsseldorfer Schau will die gesamte Breite des Œuvres in den Blick nehmen, von frühen, dokumentarisch orientierten Werken bis hin zu jüngsten Arbeiten, die die Verstrickungen von Kunst, Macht und Kapital fokussieren.

Düsseldorf, Kunstsammlung NRW, K21, 26. September 2020 bis 10. Januar 2021

Max Klinger in Bonn

Max Klinger, Kreuzigung Christi, 1890. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Max Klinger, Kreuzigung Christi, 1890. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

In spektakulärer Inszenierung zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn seit Mitte Oktober 2020 die Großausstellung Max Klinger und das Kunstwerk der Zukunft aus Anlass des 100. Todestags des symbolistischen Künstlers (1857–1920).

Die Schau zeigt Schlüsselwerke wie Klingers monumentale Kreuzigung Christi (1890) sowie das Beethoven-Denkmal (1902) und dokumentiert auch wesentliche Anregungen, die Klingers Kunst empfangen hat – etwa aus der Begegnung mit Rodin in Paris. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig entstanden, wo sie im Sommerhalbjahr zu sehen war 2020.

Bonn, Bundeskunsthalle, 16. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021

Caspar David Friedrich in Düsseldorf

Caspar David Friedrich, Die Lebensstufen, um 1834. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Caspar David Friedrich, Die Lebensstufen, um 1834. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

Die rund 120 Werke umfassende Ausstellung Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Malerschule im Kunstpalast konfrontiert die sächsische (romantische) Schule um Friedrich (1774-1840) mit der auch realistische Kunstauffassungen aufnehmenden Düsseldorfer Schule um Schirmer, Lessing und Achenbach.

Die Ausstellung, die etwa 60 Arbeiten C.D. Friedrichs zusammen tragen will, ist eine Kooperation mit dem Leipziger Museum der bildenden Künste, wo sie im Frühjahr 2021 zu sehen sein wird.

Düsseldorf, Kunstpalast, 15. Oktober 2020 bis 7. Februar 2021

Stephan Balkenhol in Duisburg

Stephan Balkenhol, Mann mit Giraffe, 2000. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: panoramafrei / Foto: An-d, CC BY-SA 3.0 (Ausschnitt)
Stephan Balkenhol, Mann mit Giraffe, 2000. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: panoramafrei / Foto: An-d, CC BY-SA 3.0 (Ausschnitt).

Im Herbst 2020 richtet das Lehmbruckmuseum in Duisburg eine große Werkschau mit Arbeiten des Bildhauers Stephan Balkenhol (*1957) ein.

Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstehen soll, verspricht Arbeiten ausgehend vom Frühwerk der 1980er Jahre bis in die Gegenwart zu zeigen, darunter auch eigens für die Duisburger Schau angefertigte Stücke.

Balkenhol ist bekannt für seine grob gehauenen, farbig bemalten figurlichen Skulpturen, gerne mit Menschen in schwarzen Hosen und weißen Hemden.

Duisburg, Lehmbruckmuseum, 22. Oktober 2020 bis 21. Februar 2021

Alexej von Jawlensky in Bonn

Alexej von Jawlensky, Selbstbildnis, 1912. Ausschnitt. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art
Alexej von Jawlensky, Selbstbildnis, 1912. Ausschnitt. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: PD-Art.

Unter dem Titel Alexej von Jawlensky – Gesicht | Landschaft | Stillleben zeichnet das Kunstmuseum Bonn ab 5. November 2020 anhand von rund 70 Gemälden und Zeichnungen die Entwicklung der Kunst Jawlenskys in den drei Sujets nach, die im Zentrum seines Werks standen.

Die Schau ist eine Kooperation mit dem Museum Wiesbaden, wo im Übrigen noch bis 23. August 2020 eine ganz großartige Zusammenstellung von Werken Jawlenskys und Marianne von Werefkins gezeigt wird (Lebensmenschen).

Alexej von Jawlensky (1864-1941), der nach Studium an der Petersburger Akademie mit Werefkin 1896 nach München kam, gehörte dort zu den wesentlichen Impuls­gebern für die Entwicklung der expressionistischen Malerei.

Bonn, Kunstmuseum, Termin für Ausstellungseröffnung unklar wg. coronabedingter Schließung der Museen im November 2020 bis 21. Februar 2021

Alicja Kwade in Neuss

Alicja Kwade. The Roof Garden Commission: Alicja Kwade, ParaPivot. Ausstellungsansicht, The Metropolitan Museum of Art, 2019. Courtesy of the artist; 303 Gallery, New York; KÖNIG GALERIE, Berlin/London; and kamel mennour, Paris/London. Foto: The Metropolitan Museum of Art, Fotografie von Roman März
Alicja Kwade. The Roof Garden Commission: Alicja Kwade, ParaPivot. Ausstellungsansicht, The Metropolitan Museum of Art, 2019. Courtesy of the artist; 303 Gallery, New York; KÖNIG GALERIE, Berlin/London; and kamel mennour, Paris/London. Foto: The Metropolitan Museum of Art, Fotografie von Roman März.

Unter dem hübschen Titel Kausalkonsequenz zeigt die Langen Foundation in Neuss ab 7. September 2020 Arbeiten von Alicja Kwade. Die in Berlin lebende Künstlerin (*1972) gehört mit ihren Skulpturen und Installationen aus Stein und Stahl, zu den spannendsten Künstlerinnen der Gegenwart.

Besonders positive Aufmerksamkeit hat Kwade jüngst (2019) mit ihren zwei Skulpturen ParaPivot I/II auf dem Dachgarten des Metropolitain Museums im Rahm der renommierten Roof Garden Commisssions eingesammelt. Davor hatte sie einen starken Auftritt in der Zentralausstellung der Biennale Venedig 2017.

Neuss, Langen Foundation, 7. September 2020 bis 18. April 2021

100 Jahre Ruhrgebiet in Essen

Gebietskörperschaften des Regionalverbands Ruhr. Karte mod. jvf auf Basis von Quelle: Wikimedia Commons, Rechte: TUBS, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Gebietskörperschaften des Regionalverbands Ruhr. Karte mod. jvf auf Basis von Quelle: Wikimedia Commons, Rechte: TUBS, Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Am 5. Mai 1920 verabschiedete die Preußische Landesversammlung das Gesetz zur Gründung des „Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk“. Der Vorläufer des heutigen Regionalverbands Ruhr erhielt den Auftrag, sich um die „Verwaltung aller Angelegenheiten“ zu kümmern, „die der Förderung der Siedlungstätigkeit im Verbandsgebiete dienen“.

Düsseldorf, Krefeld u.a. wurde seinerzeit das Recht eingeräumt, dem Siedlungsverband umstandslos beizutreten, was aber – ich weiß nicht warum – unterblieben ist.

Heute leben in der Ruhrmetropole etwas mehr als 5 Millionen Einwohner. Sie gehört nach Paris, Madrid, Barcelona und mit – dem in etwa gleich großen – Berlin zu den bevölkerungsreichsten Metropolregionen der EU (London unwillig beiseite gelassen).

Ab September 2020 unternimmt es das Ruhr Museum in Essen, in der Kohlenwäsche auf Zollverein, die Geschichte der Metropole Ruhr nachzuzeichnen. Mit rund 1.000 Exponaten will 100 Jahre Ruhrgebiet – Die andere Metropole vor allem „Bereiche wie Infrastruktur und Mobilität, Kulturleben und Architektur sowie soziale und gesellschaftliche Verhältnisse“ adressieren.

Essen, Ruhr Museum, 13. September 2020 bis 9. Mai 2021

Kommende Ausstellungen in NRW